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AU ENVIRONMENT: DAMOKLES

Das Damoklesschwert ist ein Sinnbild drohender Gefahr, eine Warnung vor den Folgen leichtsinnigen und egoistischen Verhaltens, eine Mahnung zum Nachdenken. Gerade in unserer Konsumgesellschaft, über der das Damoklesschwert des ungezügelten Wachstums schwebt, erscheint es mir notwendig, über die aktuelle Auseinandersetzung mit dieser Problematik, ein Versuch mit künstlerischen Mitteln auf die globale Bedrohung aufmerksam zu machen. Das Environment macht die Bedrohung erfahrbar und die fortschreitende Zerstörung unserer Erde sichtbar. ein Sieg der Unvernunft, der die Zukunft des Menschen und der Welt, in der er lebt, gefährdet. Damokles ist ein Angebot, durch Sehen zu Einsicht zu kommen, daß unsere Situation und soziale Umwelt darstellt, kann der Gefahr nicht mehr entrinnen, in die wir uns selbst gebracht haben. Das Environment schildert den durch Fahrlässigkeit, Gleichgültigkeit und Verantwortungslosigkeit herbeigeführten Zustand, aus dem uns nur der Gebrauch der Vernunft und die Anstrengung aller befreien kann. Wenn der Betrachter den Damokles-Flur betritt und seinen Weg durch die herabhängenden oder schon gefallenen "Schwerter" (Stäbe) sucht, so sieht er sich selbst, die anderen und wird von diesen kritisch beobachtet. In den Flur gelangt man nur von links oder rechts, nicht in der Mitte. An den beiden Eingängen stehen große zerbrochene Spiegel, die ich absichtlich so gestellt habe, damit wir an unsere zerbrochene und fast verlorene Identität erinnert werden. Denn unser Verhalten steht in Widerspruch zu dem, was uns eigentlich wichtig sein sollte: Gesunde Umwelt, Kommunikationsfähigkeit, Mitmenschlichkeit und Arbeit am sozialen Fortschritt. Vielleicht ist es notwendig, diese AU Install'Aktion noch mehr zu erläutern, doch würde ich gerne vor Ort das Gespräch mit dem Publikum suchen. Zwangsläufig entsteht inner- und außerhalb des Damokles-Flurs eine Aktion , die Beteiligung des aktiv handelnden wie des passiv betrachtenden Publikums. Ich habe absichtlich auf die Warnung "Betreten auf eigene Gefahr" verzichtet, weil sie das aktive Publikum nicht hindern wird, mutig und auf eigenes Risiko den Weg durch den Flur zu wagen. Es wird erleben, was es im Grunde schon erwartet: Die Verantwortung, die Angst, dei Gefahr, die Frustrationen, die Tollpatschigkeit, etc. und vielleicht findet es eine Aussage, einen Inhalt, eine Idee; eine Reaktion, die nicht mehr vergessen wird. Die Räume des Flurs vermitteln unmittelbar diese Eindrücke, sie werden niedriger und bedrohlicher,  seltsame Empfindungen von Tiefe, Höhe und Gefahren werden für den aktiven Betrachter spürbar wie eine Fata Morgana - begleitet ihn doch ständig sein Abbild, das er von Anfang an in den zerbrochenen Spiegeln entdeckt. dieser trügerische Eindruck wird noch verstärkt durch starkes Licht, das durch die Löcher der bereits gefallenen "Schwerter" scheint. Außerhalb des Flurs wird diese Damokles Install'Aktion umrahmt von einer Reihe von Tafeln mit 13 Fragmenten von Sätzen, die einen Teil meiner Botschaft enthalten. Dazwischen hängen ebenfalls 13 Spiegel gleichen Formats, worin das Publikum sich selbst und die Install'Aktion dahinter immer wahrnehmen und sehen kann. Eine Mahnung zum Nachdenken. Außerhalb des Flurs kann der passive Zuschauer durch kleine Schlitze das Geschehen im Inneren verfolgen und so die Reaktion des mutigeren Mitmachers beobachten.